Verehrte, liebe Freunde der Musica Franconia,

zum 31. Mal bietet Ihnen Musica Franconia 2018 eine Reihe von Konzerten, die auch in diesem Jahr wieder dem Konzept der musikalischen Denkmalpflege folgen und interessante, meist auch in unserer Region noch nie gehörte Entdeckungen versprechen. (s. unten).

In den Anfangsjahren hatten wir mit „Quodlibet“ eine Informationsbroschüre mit Nachrichten über neue Entwicklungen des „historisch informierten Musizierens“ unter besonderer Berücksichtigung der vielen hochkarätigen Künstler, die unserem der regionalen Kulturgeschichte verpflichteten Festival den internationalen Glanz verliehen. Nun will ich auch diesmal zusätzlich zur Programmvorschau von Musica Franconia einige Empfehlungen von musikalischen Freunden beifügen, mit denen unser Festival seit Jahren zusammenarbeitet und künstlerisch vielfach verbunden ist.

Michael Kämmle, Leiter des „Ensemble Sanspareil“ hat als hervorragender Kenner der regionalen Musikgeschichte seit vielen Jahren die Themen- und Programmhefte von Musica Franconia verfasst und mit seinem historisch versierten Ensemble spannende Themen der fränkischen Kulturgeschichte auf ungewöhnliche und höchst anschauliche Weise beleuchtet. Am 29. September vergangenen Jahres haben wir gemeinsam die „Tugendsterne“ von Harsdörffer, dem Begründer des Pegnesischen Blumenordens und Staden im Pellerhaus aufgeführt. Zum Abschluss der Rekonstruktion des Pellerhofes wird Beat Wyrsch „Seelewig“, die erste in deutscher Sprache erhaltene Oper (Nürnberg 1644) inszenieren (31. Aug., 1. und 2. Sept.). Die ursprüngliche Vollendung des Renaissance Hofes war 1607, das Jahr, in dem auch die beiden Autoren der Oper geboren wurden. Die nächste Veranstaltung von Michael Kämmle am 17. Mai um 19.30 Uhr im Stadtmuseum Fembohaus, kreist um den in Erlangen geborenen Komponisten und Dichter Siegmund von Seckendorff sowie dessen Zusammenarbeit mit Goethe am Weimarer Musenhof. Jan Kobow hat die „Goethe-Lieder“ Seckendorffs einfühlsam und mit tenoraler Musizierlust auf CD gestaltet.

Seit 42 Jahren gibt es dank Rolf Gröschel die Nürnberger Kirchenmusiktage. Als Leiter des Palestrina-Chores und des kirchenmusikalischen Jahresprogramms der katholischen Stadtkirche haben wir seit Jahrzehnten beste künstlerische und freundschaftliche Kontakte. Ich freue mich, am 12. Oktober in seinen Musiktagen die in betörenden Wohlklang getauchten Psalmen Martinis (1741 Freystadt-1816 Paris) musizieren zu können.

Unsere deutsche Erstaufführung von Martinis Requiem (für den Jahrestag der Hinrichtung von Marie Antoinette und Louis XVI) hat auf Grund der Übertragung durch den BR zur Planung weiterer Aufführungen in Paris und London geführt.

Die Konzerte zum Totensonntag mit Werken von Händel, seinem Ansbacher Schüler und Mitarbeiter sowie einer Kantate im Alten Stil von Ahmet Adnan Saygun wird am 24. November in Nürnberg St. Egidien und Tags davor in Lehrberg bei Ansbach musiziert. Der mächtige Kornspeicher einer Dorfmühle in Familienbesitz wurde von Barbara und Werner von Berg - sie hatten sich beim Studium der Kirchenmusik kennengelernt - zu einem Veranstaltungsraum für bis zu 350 Personen umgestaltet und mit einer großen Kirchenorgel bestückt. In der Konzertreihe spiegelt sich auch die Liebe der Familie zur historischen Musizierpraxis. Auch der Pianist Paul Sturm, ein lieber Kollege und Freund seit den Anfängen des Dehnberger Hof Theaters und von Musica Franconia, wird in der spannenden Akustik des großen Kornspeichers eindrucksvoll zu erleben sein - auch zusammen mit der Hausherrin an zwei Cembali und Kammerorchester.

Gönnen Sie sich Muße zur Muse

Ihr Wolfgang Riedelbauch

Freitag, 31. August 2018, 19 Uhr - Pellerhof Nürnberg
Samstag 1. September 2018, 19 Uhr - Pellerhof Nürnberg
Sonntag 2. September 2018, 17 Uhr - Pellerhof Nürnberg

„Seelewig”

Ein “geistliches Waldgedicht oder Freudenspiel genant Seelewig“
- älteste in deutscher Sprache erhaltene Oper - Nürnberg 1644 -

In Zusammenarbeit mit den Altstadtfreunden Nürnberg zum Abschluss der Rekonstruktion des Pellerhofes

Komponist:
SIGMUND THEOPHIL STADEN (1607 Kulmbach - 1655 Nürnberg)
Libretto:
GEORG PHILIPP HARSDÖRFFER (1607 Fischbach - 1658 Nürnberg)

Freitag, 23. November 2018, 19 Uhr - Lehrberg
Samstag, 24. November 2018, 19 Uhr - Nürnberg, Egidienkirche

Konzert zum Totensonntag

für Soli, gemischten Chor und Barockorchester
Leitung: Wolfgang Riedelbauch

JOHN CHRISTOPHER SMITH (1712 Ansbach - 1795 London):
FUNERAL SERVICE FOR THE DOWAGER PRINCESS OF WALES (1772)
Trauermusik für Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg (1718 - 1772)
THE MOURNING MUSE OF ALEXIS
A Pastoral lamenting the death of our late gracious Queen Mary of ever Blessed Memory.
Trauermusik für Queen Mary II, (1662 - 1694), Königin von England, Schottland und Irland

AHMET ADNAN SAYGUN (1907 Izmir - 1991 Istanbul):
ESKI ÜSLUPTA KANTAT op. 19, (1941)
Kantate im alten Stil.
Text: Necip Fazıl Kısakürek Şiirleri (1904 - 1983)

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL (1685 Halle - 1759 London):
FUNERAL ANTHEM FOR QUEEN CAROLINE HWV 264
THE WAYS OF ZION DO MOURNE (1737)
Trauerkantate für Caroline von Brandenburg-Ansbach (1683-1737), Gemahlin von Georg II., englische Königin

Freitag, 12. Oktober 2018 - Nürnberg, St.Georg

Jean Paul Egide Martini

(1741 Freystadt-1816 Paris)

Sechs Psalmen für Sopran, Mezzosopran, Klavier, Cello (1805)

 
 

Musica-Franconia bietet guten ChorsängerInnen die Gelegenheit zur Mitwirkung.