MUSICA FRANCONIA
zum 30. Geburtstag


Im Oktober vor 30 Jahren fanden zum ersten Mal die Internationalen Fest Tage Alter Musik Musica Franconia in Nürnberg statt. „Musikalische Denkmalpflege“ nannten wir unser Konzept schon damals und hofften, dass es gleichrangig als gesellschaftliche Verpflichtung anerkannt wird wie die Pflege überkommener Kunstschätze aus anderen Bereichen.

Die ersten Festtage brachten eine Hommage an den „Nürnberger Mozart“ Johann Christoph Vogel (geboren in Mozarts Geburtsjahr 1756) zu dessen 200. Todestag, mit Arien aus seiner Oper „Demophon“, der „Sinfonie III in B-Dur“, der „Sinfonia Concertante“, sowie Quartetten mit Solo-Blasinstrumenten und 3 Streichern. Von Christoph Willibald Gluck, dem Vogel seine Oper „La Taison d’or“ in Paris gewidmet hat und der seinem Landsmann zu dessen dramatischen Begabung beglückwünscht hat, standen das Ballett „Don Juan“, die Oper „Orfeo ed Euridice“ (mit Weltstars für Historisches Musizieren aus London, darunter Countertenor Charles Brett) sowie „Klopstock-Oden“ und Triosonaten auf dem Programm.

Aus der mittelfränkischen Partner Region Limousin musizierten das Ensemble Baroque de Limoges und aus England das Amaryllis Consort Werke aus fränkischen Notenbüchern. Unser Konzept, weltweit verstreute Kompositionen mit fränkischen Wurzeln aufzuspüren und wieder aufleben zu lassen, hat in drei Jahrzehnten 784 ungemein interessante und abwechslungsreiche Konzerte an 278 verschiedenen Spielstätten ergeben, die ein aufgeschlossenes und begeisterungsfähiges Publikum angelockt haben - ein Querschnitt durch 1200 Jahre Musikgeschichte, „im Originalklang“ musiziert von rund 590 international renommierten Ensembles und über 1.000 hochkarätigen Solisten.

Begrüßt wurde auch die sorgfältige Auswahl der Aufführungsorte, die Harmonie von Klang und Raum, die kunsthistorischen Führungen und die umfangreichen Themen-Hefte zu den musikalischen Schwerpunkten. Dazu kommen noch rund 15 CDs, Marksteine Fränkischer Musikgeschichte - zuletzt Messe de Requiem von J.P.É Martini (1816 zum Jahrestag der Hinrichtung von Louis XVI und Marie Antoinette in Paris uraufgeführt).

Das Konzept war von Anfang an klar umrissen, mit dem Bezirk Mittelfranken abgestimmt und erneuerte sich immer wieder selbst. Wir brauchten keinen Paradigmenwechsel, um es werbewirksam anzubiedern.

In den Jahren nach der Trennung vom Bezirk konnten wir zwar künstlerisch wunderbare Projekte realisieren:

2013 Musik zu Jean Paul mit Hermann Glaser, Kings Singers, Marlis Petersen…

2014 „Messe Solemnelle“ von J.P.É Martini, Adolph Henselt, Voca Me zum 1200. Todesjahr von Karl dem Großen, 450. Geburtstag Hans Leo Haßler…

2015 Pachelbel Vorstellung der Gesamtausgabe mit London Baroque, 500. Geburtstag Caspar Othmayr, „Hercules“ von Händel mit Staatsoper Antalya, „A Midsummer Night’s Dream“ von J.Chr. Smith, Händels Schüler und Mitarbeiter aus Ansbach…

2016 Hommage an J.P.É. Martini zum 200. Todesjahr (1741 Freystadt-1816 Paris) mit Deutscher Erstaufführung der „Messe de Requiem“...

doch trotz gutem Besuch reichten die Einnahmen nicht aus, um ein derart engagiertes Programm zu finanzieren. So bleibt uns nichts anderes übrig, als unseren Geburtstag bei „Wasser und Brot“ zu feiern.


Einladung

Samstag, 29. Juli 2017 Dehnberger Hof Theater

16 Uhr: Einlass und Willkomm bei Kaffee und Kuchen
17 Uhr: Video-Rückblick auf 30 Jahre Musica Franconia

18 Uhr: Festivalchor Musica Franconia mit Beispielen aus den letzten Konzerten
19 Uhr: Buffet und zum Trotz heiterer Ausklang

Eintritt frei, Kaffee, Kuchen, Getränke und Gegrilltes sind bei der Theater-Schänke in reicher Auswahl zu erwerben. Wir bitten Sie, Ihr Kommen per Email anzukündigen, damit wir uns rechtzeitig freuen können!!!!


Den Erfolg unserer letztjährigen Kammeroper, Martinis „Annette et Lubin“ wollen wir wiederholen, für alle, die im vergangenen Jahr verhindert waren und für alle, die dabei waren und das amüsante Stück deshalb sicherlich nochmals besuchen wollen:

Annette et Lubin

Opéra comique von J.P.É. Martini

Montag 2. Oktober 2017 20 Uhr Dehnberger Hof Theater
Dienstag 3. Oktober 2017 17 Uhr Dehnberger Hof Theater

Mittwoch 4. Oktober 2017 19.30 Uhr Orpheum Nürnberg, Johannisstr. 32a
Eintritt: € 32,-- (Kat. 1); Kat. 24,-- (Kat. 2)
Bestellungen über das Dehnberger Hof Theater, Tel. 09123 95449-0

Aufgrund der erfreulich starken Nachfrage im vergangenen Dezember werde ich Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ vom 20. bis 23. Dezember 2017 wieder im Dehnberger Hof Theater lesen - natürlich begleitet von alpenländischer Stubn Musi.

Ihr Wolfgang Riedelbauch

Impressionen aus "Anette et Lubin", der heiteren Oper von
J.P.E. Martini als deutsche Erstaufführung in Triesdorf am 1. Juli 2016

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"Ja, schön, was für ein entzückendes Operchen „Annette et Lubin“ doch ist. So gut wie niemand mehr kennt den Einakter von Jean Paul Egide Martini. Wahrscheinlich wäre das immer noch so, wenn es Wolfgang Riedelbauch nicht gäbe, diesen famosen Alte-Musik-Verlebendiger mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn in musikhistorischen Dingen. Riedelbauch, der Regisseur Beat Wyrsch und das Ensemble von „Musica Franconia“ realisieren „Annette et Lubin“ mit so viel Könnerschaft, Liebe und Ironie, dass man die kleine Oper gern öfter hören könnte. (...)"

THOMAS WIRTH,
Fränkische Landeszeitung vom 4.7.2016

 
 

Musica-Franconia bietet guten ChorsängerInnen die Gelegenheit zur Mitwirkung.